Regie: Kazuaki KIRIYA
Japan | 2004 | 35mm | 142 Min. | OmeU
SA: 11.12.04 | 21:00 H Filmhaus
Um gegen übermächtige Killerandroiden kämpfen zu können, die von Wissenschaftler
Azuma mittels Blitzen wie einst Frankenstein ins Leben gerufen werden,
muss man schon aus besonders genmutiertem Holz geschnitzt sein. Diese
Anforderung erfüllt Casshern, Azumas Sohn, der gegen eben diese Androiden
in den Kampf zieht und dabei ums Leben kommt. Durch seinen Vater wieder
ins Leben zurückgebracht und bionisch manipuliert, ver- sucht er nichts
Geringeres, als die Welt gegen die Übermächte des Bösen zu retten.
Mit seinem lang erwarteten Debüt steckt sich Kiriya KAZUAKI ein hohes
Ziel; nähmlich mit weniger als 6 Millionen $ ein visuell glänzendes
Superheldenepos zu erstellen, das nebenbei die grundlegenden Fragen
von Gut und Böse behandelt. Basierend auf einer Anime-Serie aus den
70er Jahren der Produktionsfirma Tatsunoko Pro ist es KAZUAKI gelungen,
trotz finanzieller Einschränkungen, eine eigenständige Filmsprache
zu entwickeln, die man anscheinend auch in Hollywood gehört hat -
Remakes wurden bereits angedroht. Stärker als alles was man aus Europa
oder US Produktionen zu Gesicht bekommt, schafft es KAZUAKI den Zu-
schauer mit atemberaubenden Bildern, CGI und VFX Effekten in den Bann
zu ziehen. Das ist umso erstaunlicher, da CASSHERN kein klassischer
Superheldenfilm ist, sondern ein pessimistisches, tragisches Drama
um Schuld und Sühne, zerbrochener Liebe und Hoffnungen, ein Drama,
das zugegebenermaßen sehr stylish verpackt ist.