Last Snow
Japan, 2002, 35 mm, 111 Min., OmeU, Europapremiere
Regie: Obayashi Nobuhiko
Samstag, 22.11.03, 22:30 h, Filmclub 813 / Kino in der Brücke
Obayashi Nobuhiko gehört zu DEN hier entdeckungsbedürftigen Meistern
des japanischen Kinos: Ein Wunderkind - seinen ersten Film drehte
er mit sieben Jahren! -, das vom Experimentalfilm kommt, das am
liebsten Horrorfilme und Melodramen dreht, und das diese Mainstream-Arbeiten
mit sehr eklektischen, wie instinktiv hingeworfen wirkenden inszenatorischen
Einfällen durchschießt - ein echtes Original. "Last Snow" verdeutlicht
das perfekt. Die Geschichte ist ein klassisches Melodrama: Schulfreunde,
Jugendlieben werden durch einen kommenden Tod noch einmal zusammengeführt;
die Umsetzung jedoch ist ziemlich unorthodox: der Film ist eine
hauchzart stilisierte Hommage an die großen Melodramen der
50er, jazzig angefetzt mit verfremdenden Momenten, die - paradoxerweise
- das Melodramatische der Geschichte weiter verstärken. Große,
erwachsene Filmkunst, die sich in Japan zu einem Überraschungserfolg
entwickelte!
Obayashi Nobuhiko
Geboren 1938 in Onomichi City, Hiroshima . Obayashi hat seit 1964
zahlreiche Werbefilme produziert. Sein Debüt als Regisseur gab er
mit dem Film "HOUSE" (1977). Es folgten "THREE ONOMICHI
FILMS" - "EXCHANGE STUDENT" (1982), "THE LITTLE
GIRL WHO CONQUERED TIME" (1983), and "LONELYHEART"
(1985). Obayashi gewann unter anderem den Director Award der Mainichi
Film Competition mit "SUMMER AMONG THE ZOMBIES" (1988),
den Japan Film Critic's Award und den Education and Culture Minister
Award of the Art Recommendation mit "THE ROCKING HORSEMAN"
(1992), den International Kritiker Preis der Berlinale mit "SADA"
(1998).