Und wieder eine andere Seite Miikes: Als stiller Realist im Reiche
des Historienfilms. Basierend auf einer Vorlage von Kurosawa Akiras
Lieblingsvorlagenautor, Yamamoto Shugoro, inszeniert Miike mit "Sabu"
eine sensible, ernsthafte Studie einer Freundschaft zwischen zwei
jungen Männern im spätfeudalen Japan. Miike entwickelt
diese von extremen Klassenwidersprüchen geprägte Zeit
sehr stimmig, mit wundervollen Kostümen und atemberaubendem
Art Design, jedoch ohne sich an den Eigenheiten dieser Kultur und
Zeit zu vergehen- eine sehr rare Leistung im Genre des Historienfilms,
wo die Vergangenheit so oft als Spiegel unserer Zeit dienen soll.
Miike überrascht mit der Ernsthaftigkeit, mit der er und seine
überragenden Schauspieler ( wer hätte von Tatsuya Fujiwara,
noch in guter Erinnerung aus "Battle Royal", diese Intensität
erwartet?) die Geschichte umsetzen. Es ist kaum zu glauben, dass
"Sabu" für das japanische Fernsehen produziert wurde
und man sieht es ihm in keiner einzigen Einstellung an. Jeder Zuschauer,
der sich auf dieses Abenteuer einlässt, wird mit einem Meisterwerk
belohnt.