Samstag, 22.11.03, 12:30 h, Filmhaus Kino Sonntag, 23.11.03, 20:15 h, Filmhaus Kino
Die meisten Leute interessieren sich nur für Miike Takashi, den
Gewaltrabauken auf dem Regiestuhl, doch für jene kleine Schar an
wahren Miike-Fans, denen der Akkordmeisterwerksmacher des kontemporären
Weltkinos mehr bedeutet, brachte das vergangene Jahr zwei seiner
schönsten und schillerndsten Werke: "Shangri La" und "Sabu". "Shangri
La" ist eine warmherzige Wirtschaftskrisensatire: Ein wüstmysteriöser
Haufen Penner - die alle ziemlich gut in ganz merkwürdigen Sachen
sind- hilft einem vom Bankrott bedrohten Drucker beim Kampf gegen
einen fiesen Kapitalisten, der einfach nicht seine massiven Schulden
bei dem Drucker bezahlen will. Selten für einen durchgehend
unglaublich komisch angelegten Film, ist die tiefe Menschlichkeit
und das Mitgefühl, die auch noch aus den absurdesten Szenen
regelrecht durchstrahlen. Sein aberwitziger Humor lässt Miike
nie die tiefe Zuneigung zu seinen Protagonisten vergessen und in
vielen Momenten ist einfach nicht klar, ob er uns zum Weinen oder
zum Lachen bringen will. Dass Miike dies schafft, macht "Shangri-La"
zu einer brüllend komischen Perle des Sozialkritischen Films.