Regie:
Tatsushi Omori
Japan | 2005 | 35mm | 107 Min. | OmeU | Deutschlandpremiere
Mit weiß, der Farbe der Unschuld, beginnen die elegischen Bilder des Erstlingswerks Tatsushi Omoris, dessen zentrales Thema Schuld und deren Vergebung sind.
Abseits der großen Städte, inmitten unwirtlicher Natur, liegt die von Vater Kamiya geleitete katholische Klosterschule, in der jugendliche Novizen auf Vergebung hoffen, indem sie sich den perversen Obsessionen des Abtes unterwerfen. Gezeichnet durch ihr Leben in einer sinnentleerten Gesellschaft können die Novizen den erlittenen Missbrauch nur weitergeben - ihre einzige Möglichkeit auf eine persönliche Beziehung.
In dieses Kloster kehrt Rou (Hirofen Arai) nach einem Doppelmord zurück und bringt dessen Hierarchie durch seine sexuellen und gewalttätigen Ausbrüche gehörig durcheinander.
Um der japanischen Zensur zu umgehen und den Film einem breiten Publikum zugänglich zu machen, ließ Produzent Arato eigens ein Kino in Tokio bauen, in dem der Film sechs Monate lang durchgehend aufgeführt wurde.
Das grausame Abbild der japanischen Gesellschaft im Mikrokosmos des selbst entlegensten Refugiums der Hoffnung zeichnet ein kaltes Bild der menschlichen Gesellschaft.
Als sich Rou aufmacht, eine Vergewaltigung zu begehen, für
die er bereits gesühnt hat, wird klar, dass selbst die Sünde
nicht existiert und kein von den Menschen erschaffener Gott Absolution
erteilen kann. Kein Trost, nirgends.